Interview: Constantin Eis von Casper

Im Bild: Constantin Eis von Casper

Founder Constantin Eis von Casper

Herr Eis, welches Problem wollen Sie mit Casper lösen?

Wir wollen den Menschen in einem intransparenten Markt die Entscheidung für eine Matratze erleichtern und haben deshalb eine Matratze entwickelt, die perfekt zu den Schlafgewohnheiten und Anforderungen nahezu aller Menschen passt. Durch intensive Forschungsarbeit hat unser Produktentwicklungs- und Designteam herausgefunden, dass die Schlafbedürfnisse der Menschen gar nicht so unterschiedlich sind. Die wichtigsten Kriterien einer guten Matratze sind Komfort, Formstabilität, Temperatur und Strapazierfähigkeit. Eine einzige Matratze kann perfekt zu den Gewohnheiten und Körpertypen nahezu aller Menschen passen, solange die Komposition und Auswahl der Schäume so gewählt ist, dass alle vier Faktoren für die unterschiedlichen Körpergewichte erfüllt werden. Diese Kriterien erfüllen wir mit der Casper Matratze. Zudem ist ein stationärer Matratzenkauf nicht mehr zeitgemäß, da der Kunde immer die Möglichkeit haben sollte, das Produkt unverbindlich im eigenen Zuhause zu testen und es zurückzugeben, wenn er das möchte – ohne dafür einen Lieferwagen anmieten zu müssen. Deshalb holen wir die Matratze bei einer Rückgabe auch wieder ab.

Welche Vorteile bietet der Onlinekauf von Matratzen?

Wir glauben, dass die beste Umgebung, um eine Matratze zu testen, nicht in einem Laden oder in einem Kaufhaus ist, sondern unter realen Bedingungen im eigenen Zuhause. Kurzes Probeliegen ist nicht das gleiche wie tägliches Probeschlafen. Kunden, die unsere Produkte online bestellen, erhalten die Lieferung innerhalb Deutschlands kostenfrei innerhalb von 1 Werktag. Sie haben die Möglichkeit, unsere Produkte 100 Tage in ihrer natürlichen Schlafumgebung zu testen. Sollte ihnen die Casper Matratze nicht gefallen, holen wir sie wieder ab und erstatten den vollen Kaufpreis.

Fehlt online nicht die haptische Komponente bei der Auswahl der Matratze?

Die haptische Komponente geht ja nicht verloren – die Matratze kann im eigenen Zuhause angefasst und ausprobiert werden. Im Laden ein wenig auf einer Matratze herumzudrücken oder wenige Minuten auf einer Plastikfolie auf ihr zu liegen, kann ein vollständiges Probeschlafen nicht ersetzen.

Wie setzen Sie sich gegen die Konkurrenz durch?

Casper hat die junge Branche definiert und ist der Pionier des „Mattress-in-a-box“ Businessmodells. Wir schauen nicht auf unsere Wettbewerber, sondern konzentrieren uns stattdessen konsequent auf die Bedürfnisse der Kunden und die Anforderungen des jeweiligen Marktes. Ziel ist es, perfekte Produkte und Services anzubieten, die genau zu den Bedürfnissen unserer Kunden passen.

Welches sind Ihre wichtigsten Märkte?

Casper liefert seine Produkte seit 2014 an Kunden in den USA und Kanada. Seit Juli 2016 werden die Produkte auch innerhalb Deutschlands, Österreich und in der Schweiz ausgeliefert, sowie seit Anfang August in Großbritannien. Zunächst wollen wir unsere Markenbekanntheit in Deutschland, Österreich, in der Schweiz und in Großbritannien stärken, sowie unseren Standort in Berlin personell ausbauen. Im nächsten Schritt wird das Unternehmen in weitere europäische Märkte expandieren – bei all unseren Plänen stehen stets die Bedürfnisse der Kunden in verschiedenen Märkten im Vordergrund. Diese gilt es erst zu verstehen und dann unsere Produkte darauf anzupassen.

Ist es leicht, Ihr Geschäftsmodell in andere Länder zu exportieren?

Die Anforderungen der Menschen in verschiedenen Märkten variieren – auch ihre Schlafgewohnheiten unterscheiden sich. Es ist wichtig, dass wir uns Zeit lassen, um die unterschiedlichen Bedürfnisse der Menschen zu verstehen und dann unsere Produkte darauf anzupassen. So ist unser Geschäftsmodell zwar für viele Märkte anwendbar, nachhaltiges Wachstum und Expansion benötigt jedoch Zeit.

Erwarten Sie im Markt der “Online-Matratzen” eine Konsolidierung auf Anbieterseite?

Wir glauben nicht, dass es ein „winner-takes-it-all“ Markt ist, gehen aber davon aus, dass sich Qualität und Service letztendlich beim Kunden durchsetzen werden.

Was schreiben Sie über die Gründung von Casper in Ihren Memoiren?

Haha, wahrscheinlich dass ich trotz meiner Expertise im Bereich Schlaf noch nie zu so wenig Schlaf kam. Nein, Spaß beiseite. Die Gründung von Casper beschert mir viele schöne Erfahrungen, da wird bestimmt ein ganzes Buch voll.

02. November 2016

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